„Als Filmcharakter gefiel uns Franz Josef Strauß gut. Als Bundeskanzler fanden wir ihn unpassend“, so Alexander Kluge im Rückblick auf das Gemeinschaftsprojekt DER KANDIDAT. Aus unterschiedlichen Blickwinkeln und mit jeweils eigenen Stilen beschreiben die vier Regisseure des Dokumentarfilms die gesellschaftspolitische Situation in Deutschland vor dem Hintergrund der Kanzlerkandidatur des CSU-Politikers Franz Josef Strauß 1980.
Durch Joshua Oppenheimers filmische Arbeit mit den Verantwortlichen des Genozids in Indonesien 1965/66 erfährt eine Familie, unter welchen Umständen ihr Sohn getötet wurde und wer die Mörder waren. Der jüngste Bruder beschließt, die Mauer des Schweigens zu durchbrechen. Er überwindet die Angst, unter der die Angehörigen und Nachfahren der Opfer bis heute leiden, und tritt den Männern gegenüber, die seinen Bruder auf dem Gewissen haben – unvorstellbar in einem Land, in dem die Mörder noch immer an der Macht sind. Pressezitate: „The Look of Silence ist tiefgründig, visionär und überwältigend.” (Werner Herzog) „Einer der besten und beeindruckendsten Dokumentarfilme aller Zeiten. Ein tiefgründiger Kommentar zur Natur des Menschen.” (Errol Morris)
15 Millionen Menschen. 800 Städte. Alle gemeinsam für eine Botschaft. Am 15. Februar 2003 gingen 15 Millionen Menschen in 800 Städten weltweit auf die Straße und demonstrierten gegen den angekündigten Irak-Krieg. Auf allen Kontinenten entstand auf diese Weise eine globale Bewegung, um den Einfluss der öffentlichen Meinung aufzuzeigen. Wir sind viele zeigt die Geburtsstunde und den Aufstieg von Bürgerrechtsinitiativen, die sich inzwischen über den ganzen Globus ziehen. Die Dreharbeiten dauerten über acht Jahre und fanden in sieben verschiedenen Ländern statt. Zahlreiche Prominente wie Damon Albarn, Danny Glover, Mark Rylance, Richard Branson, Hans Blix und Ken Loach kommen zu Wort. Diese einzigartige und bewegende Dokumentation lässt die größte Demonstration der Menschheitsgeschichte lebendig werden und zeigt, wie sie die Welt für immer verändert hat.
Es gibt drei Wege, um an eine Atombombe zu kommen. Man kann sie bauen, kaufen oder stehlen. Lucy Walkers Dokumentation untermauert mit vielen beängstigenden Fakten, wie einfach es heute ist, in den Besitz der tödlichsten Waffe der Welt zu gelangen. Die Gefahr einer nuklearen Katastrophe geht nicht nur vom Super-GAU eines Kernkraftwerkes aus. Das Damoklesschwert einer Bombe, die in Sekunden Millionen von Menschenleben auslöschen kann, schwebt ständig über uns. Sorgfältig recherchierte und aufbereitete Fakten und Zeugnisse bekannter Persönlichkeiten aus Politik und Wissenschaft vereinen sich hier zu einem leidenschaftlichen Aufruf für vollständige Abrüstung.
Mit der Dokumentation Schmutzige Kriege führt Autor Jeremy Scahill in eine völlig unbekannte Welt von geheimen Kriegseinsätzen der USA in Afghanistan, Jemen, Somalia und weiteren Gebieten. Teils Politthriller, teils Detektivfilm beginnt Schmutzige Kriege als investigative Reportage über einen nächtlichen Angriff von US-Einheiten in Afghanistan, bei dem viele Zivilisten starben, darunter zwei schwangere Frauen. Schnell entwickelt sich eine weltweite Recherche in die bis dahin unbekannte Parallelwelt der mächtigen und streng geheimen Spezialeinheit der Amerikaner, das Joint Special Operations Command.
Der mehrfach preisgekrönte, kunstvoll animierte Kino-Dokumentarfilm “CRULIC - Weg ins Jenseits” erzählt die kurze Lebensgeschichte von Claudiu Crulic. Der Rumäne verstarb mit 33 Jahren nach langem Hungerstreik in polnischer Haft in Erwartung eines Prozesses wegen Diebstahls. In vielen Briefen aus dem Gefängnis an rumänische Politiker und die polnische Justiz erbat Crulic immer wieder veränderte Haftbedingungen und lieferte Beweise für seine Unschuld. Er wurde über mehrere Monate ignoriert. Bis es zu spät war. Der Tod von Crulic führte zum Rücktritt des rumänischen Außenministers. Der Film CRULIC fasziniert durch einen eindrucksvollen Visualisations-Stil, der mit seiner Verbindung von wunderschönen Handzeichnungen, Kollagen, Stop-Motion- und Cut-Cut-Techniken ein packendes, lange im Gedächtnis bleibendes Gesamtwerk präsentiert. Die ironisch erzählende Original-Stimme von Crulic aus dem Jenseits wird im Film als Voice Over mit viel Würde und Süd-Ost-Europäischer Emotion vom.. .
Für den Produzenten Werner Herzog ist Joshua Oppenheimers faszinierend-schockierendes Filmdokument einer der kraftvollsten, surrealsten und erschreckendsten Filme seit einem Jahrzehnt. Völlig zu Recht hat der Regisseur deshalb im vergangenen Jahr den Panorama Publikumspreis und den Preis der ökumenischen Jury auf der Berlinale gewinnen können. Ein aufrüttelndes Dokument eines vergessenen Völkermordes, erzählt von denen, die ihn begangen haben. Als filmische Erfahrung nicht nur schmerzhaft, sondern auch unvergesslich.