Notiert nach einer wahren Begebenheit, ist dies die Geschichte von vier Brüdern, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Der Soldat Dmitri verkörpert ungestümes Temperament und ungezügelte Leidenschaft. Im Intellektuellen Iwan findet der gottlose Nihilismus seine Personifikation. Der Novize Aljoscha ist Sinnbild für Reinheit, Demut und Frömmigkeit. Schließlich Smerdjakow, der Stinkende: Er steht für den malträtierten, leicht beschränkten Stiefsohn und -bruder, der als Bediensteter im Hause seines leiblichen Vaters Fjodor Pawlowitsch sein Leben fristet. Dieser Patriarch prasst, zecht, spottet und zieht nicht zuletzt durch seine Affäre mit der jungen Geliebten Dmitris den geballten Hass seiner Söhne auf sich. Der Mord an Fjodor Pawlowitsch erscheint deshalb als beinahe unvermeidliche Folge in dieser Familientragödie, die in die tiefsten Abgründe und die erhabendsten Momente der menschlichen Seele blickt.