Die Wahrheit, sagt Wolf Schneider, «ist oft verletzend und meistens unbequem. Wir haben das Recht, sie nicht zu mögen. Es ist die Lüge, die uns wärmt.» Und wir lügen immerfort und überall: fast täglich im Büro, oft auf der Party und manchmal im Bett. Wir lügen mit Worten und mit Gesten, viele auch mit Botox oder Silicon. Dass wir die Wahrheit verfälschen, verhehlen und sie meist auch gar nicht hören wollen, ist indessen nur einer der zwei Gründe, warum sie eine so geringe Rolle spielt in Geschichte und Gegenwart. Die andere, noch häufigere Ursache dafür lautet: Wir haben zwar nichts gegen die Wahrheit, aber wir kennen sie nicht – wir alle irren, taumeln fröhlich durch die Sümpfe der Ahnungslosigkeit. Das Irren und das Lügen, sie sind Teil unseres Wesens, sozialer Kitt und Motor des kulturellen Fortschritts zugleich. Sie können die Welt verändern, gewollt oder ungewollt. Und sind doch nicht zuletzt der mit tiefer Sympathie beschriebene Versuch von uns bedrängten Menschen, uns mit dem.. .