Der junge Paris Von der Kindheit bis ins Alter hatte Goethe eine ausgeprägte Vorliebe für Märchen. Er kannte die verschiedenen Sammlungen sehr gut, war selber ein ausgezeichneter und beliebter Märchenerzähler, und sein Werk enthält zahlreiche märchenhafte Abschnitte. Wichtigstes Charakteristikum von Märchen ist für ihn, dass sie „den Menschen nicht auf sich selbst zurückführen, sondern außer sich hinaus ins unbedingte Freie tragen.“ Dadurch machen sie „ihn jede Bedingung vergessen, zwischen welche wir, selbst in den glücklichsten Momenten, doch immer eingeklemmt sind.“ Nicht Realitätsflucht ist gemeint, sondern das Spiel der Einbildungskraft, das Märchen, bewirkt innere Befreiung und dadurch das Erkennen einer höheren Ordnung in der Wirklichkeit. Von den zahlreichen Märchen-Plänen hat Goethe nur drei ausgeführt: „ Der neue Paris“ (1811), ein „ Knabenmärchen“, „ Die neue Melusine“, ein „Jünglingsmärchen“ (1812), und „ Das Märchen“ von 1795 (die letzten beiden Märchen sind erschienen auf.. .