Geschichten aus München Mit spürbarem Vergnügen nimmt Ludwig Thoma in diesen Erzählungen die kleinen Leute von München aufs Korn. Alois Hingerl, der Münchner Dienstmann Nr. 172, ist dafür das beste und bekannteste Beispiel. Aber auch die Frau mit dem Federbett oder der Mann mit dem Gamsbart in „ Auf der Elektrischen“ gehören dazu. Spöttisch, aber liebevoll und nachsichtig gegenüber kleinbürgerlichen Schwächen schildert er seine bayrischen Stammesbrüder. Vor allem die Beamten haben es ihm als Zielscheibe angetan. Ob nun der bornierte Postsekretär Martin Angermayer „im Himmel“ oder die Uniformierten in „ Der Kohlenwagen“—die Uniform macht den Menschen, die Aufgabe rechtfertigt Wichtigtuerei. Präzise schildert Thoma und gallig spöttelt er. Und doch ist untergründig immer die Zuneigung zu spüren, die er für die grantelnden bayerischen Mitmenschen empfindet. In den kurzen Szenen von „ Auf der Elektrischen“ wird das ganz deutlich, denn die kleingeistige Meckerei der Insassen der Tram nimmt.. .