Kaum ein anderer hat Aufstieg und Fall innerhalb des DDR-Apparats so intensiv erlebt wie Herbert Häber. Mit 16 Jahren trat er der SED bei, vier Jahre später arbeitete er bereits beim Zentralkomitee. 1971 hob Häber das Institut für Internationale Politik und Wirtschaft (IPW) aus der Taufe, das zur Schaltstelle zwischen der DDR und den westdeutschen Parteien wurde. Als Leiter der SED-Westabteilung knüpfte er von 1973 an intensive Kontakte zu SPD und CDU in Bonn. Nach einem geheimen Treffen mit CDU-Schatzmeister Walther Leisler Kiep in der Residenz von Günter Gaus – laut Protokoll im Einverständnis mit dem CDU-Vorsitzenden Kohl und seinem Generalsekretär Biedenkopf – entwickelte sich ein intensiver Kontakt mit der Führungsriege der Union. Bei diesen Gesprächen versicherten die CDU-Vertreter den DDR-Machthabern, dass die deutsche Frage für sie keine Rolle mehr spiele, sondern lediglich als Wahlkampfthema benutzt werde. Was sie nicht ahnten: Die DDR und insbesondere Honecker verfolgten.. .