Heimweh und Eifersucht, Spielleidenschaft und Liebessehnen, raffgieriges Goldfieber und Erlösungsdenken – das sind die tragenden Emotionen, die das Geschehen der oft bei weitem unterschätzten “ Wildwest-Oper” Puccinis bestimmen. Kein Komponist von Rang war auf die Idee gekommen, den Wilden Westen zum Thema eines musikdramatischen Werkes zu machen, doch ihm und seinen Librettisten Civinini und Zangarini gelang es, in einer Reihe von Genreszenen ein überaus farbiges Bild vom Leben in einem kalifornischen Goldgräber-Camp um 1850 zu entwerfen. Die Dreiecksgeschichte zwischen der bodenständigen Minnie, Sheriff Jack Rance und Johnson endet jedoch diesmal nicht tödlich, sondern mit einem Happy End. Dem Urteil von Anton Webern, das er nach einer Aufführung von Fanciulla del West seinem Freund und Lehrer Schönberg in einem Brief mitteilte, gibt es nichts hinzuzufügen: „ Eine Partitur von durchaus originellem Klang. Prachtvoll. Jeder Takt überraschend. Ganz besondere Klänge. Keine Spur von.. .