» An der Kreuzung angekommen, springt die Ampel auf Rot. War ja klar! Ich vergewissere mich, dass keine Kinder anwesend sind, bevor ich auf die Straße trete. Plötzlich registriere ich einen anschwellenden Ton. Er wird immer lauter und lauter. Eher neugierig als erschreckt wende ich meinen Blick nach links und sehe einen Lastwagen in Zeitlupe auf mich zukommen. Ich bin gefangen im Augenblick, kann weder vor noch zurück. Kindischerweise schließe ich die Augen und hoffe, dass sich der Wagen in Luft auflöst. Einen Moment später spüre ich Hände an meinen Schultern, ein Ruck geht durch meinen Körper, ich werde nach hinten gezogen. Es rauscht in meinen Ohren, dann höre ich Stimmen: › Mama, ist die Frau tot?‹ – › Da, sie blutet!‹ – › Nein, das ist was anderes, ich glaube Wein.‹ – › Auch noch besoffen oder was?‹ Ich schäme mich! Das ist nicht gerade die Art von Nachruf, die man sich wünscht. Plötzlich höre ich eine andere, sanfte Stimme: › Hallo? Können Sie mich hören? Brauchen Sie einen Arzt?‹«