» Das Böse ist immer nur extrem, aber niemals radikal, es hat keine Tiefe, auch keine Dämonie. Es kann die ganze Welt verwüsten, gerade weil es wie ein Pilz an der Oberfläche weiterwuchert. Tief aber und radikal ist immer nur das Gute.« (Hannah Arendt in einem Brief an Gershom Sholem) Dieser Satz, bei der Beschäftigung mit der Frage um die Natur des Bösen sicherlich von weitreichender Bedeutung, kennzeichnet auch die persönliche Peripatie und Befreiung der Autorin; er steht für Arendts Besinnung auf die Quellen ihres Grundvertrauens und die Entwicklung eines philosophischen Glaubens. »I have changed my mind«, hatte sie dem Satz vorangestellt; sie hatte sich befreit von dem Begriff
- oder besser, von dem Empfinden eines »radikal Bösen«
- bestimmend noch in Ihrem Hauptwerk » Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft«. Selbst das, was, wie sie immer wieder sagte, »niemals hätte geschehen dürfen«, wurde ihr gewahr als Frucht eines zutiefst verfehlten Lebens. Was sie in den späten.. .