Christian Thielemann ist der zurzeit interessanteste und substanziellste Interpret der Bruckner-Sinfonien. In der Tradition von Richter, Furtwängler und Klemperer pflegt Thielemann den herben und vibratoarmen „deutschen“ Orchesterklang, wozu ihm mit den von Sergiu Celibidache geprägten Münchner Philharmonikern eines der führenden Bruckner-Orchester zur Verfügung steht. Beethoven hatte 1824 mit der Vollendung seiner Neunten Sinfonie eine kollektive Ehrfurchtsstarre unter den ihm nachfolgenden Komponisten bewirkt, und es war ausgerechnet der leicht weltfremde und hinterwäldlerische Domorganist aus St. Florian, Anton Bruckner, der mit seiner Sinfonie Nr. 4 mehr als 50 Jahre später ein Orchesterwerk von bis dahin unvergleichlichen Dimensionen schuf. Diese Vierte und Bruckners Siebte Sinfonie feiern mit einer durch und durch positiv-romantischen Grundhaltung die Schönheit von Gottes Schöpfung und blieben die beiden größten Erfolge seiner Karriere. Aufnahme Festspielhaus.. .