Der Entschluss steht fest, das Kapital nach dem Szenarium von Karl Marx zu verfilmen, notierte Sergej Eisenstein am 12. Oktober 1927. Eisenstein, der mit Panzerkreuzer Potemkin (1926) die Filmsprache revolutionierte, wollte Marx Buch kinofizieren. Die Herausforderung, die von einem solchen Werk ausgeht, so glaubte Eisenstein, würde die Filmkunst von Grund auf verändern. Ihm schwebte die Anwendung völlig neuer, von James Joyce Ulysses abgeleiteter Formen vor: faits divers, emotionale Konvolute und Reihen dialektischer Bilder. 80 Jahre später kommentiert Alexander Kluge Eisensteins monumentalen Plan. Auf drei DVD sammelt er filmische Miniaturen zu Marx Theorie, die uns so nah und so fern ist wie die Antike. Gespräche mit Peter Sloterdijk, Dietmar Dath, Oskar Negt, Boris Groys, Rainer Stollmann und anderen montieren ganz unterschiedliche Perspektiven auf das Kapital. Mit Filmen wie Abschied von gestern (1966) und seiner Beteiligung an dem Kollektivfilm.. .