Landsberg am Lech, 40 km entfernt von München, ist eine idylische oberbayerische Kleinstadt. Nichts erinnert an das Grauen, das sich hier in der Endphase des Dritten Reiches abspielte. Am Ort, wo Hitler sein Buch Mein Kampf schrieb, war auf einer Dimension von 300 Quadratkilometern das größte Nazi-Rüstungsunternehmen geplant. Unterirdisch sollten unter dem Decknamen Projekt Ringeltaube Flugzeuge produziert werden; Auftraggeber waren ausschließlich bayerische Großfirmen. Da die Deutschen an der Front zu tun hatten, mussten KZ-Häftlinge und ausländische Zwangsarbeiter aus Feindstaaten zum zivilen Kriegsdienst antreten: 28 838 jüdische Männer, Frauen und Kinder hatten unter erbärmlichsten Bedingungen Sklavenarbeit zu leisten. Es herrschte Hunger, Krankheiten und Terror, viele überlebten die Schikanen nicht und die übrigen wurden zum Großteil kurz vor der Befreiung am 27. April 1945 noch zusammengepfercht und verbrannt. Die Bevölkerung will nichts von ihrer braunen Vergangenheit.. .