Der Schimmelreiter In seinem 67. Lebensjahr, Anfang 1885, begann sich Theodor Storm mit einem „mächtigen Deichsagenstoff“, mit einer „gewaltigen Deichsage“ zu beschäftigen, von der er schon als Kind gelesen hatte. Storm wußte, daß er sich an eine schwierige Aufgabe heranmachte („es gilt vorher noch viele Studien“, und diese würden „sehr weitläufig sein“). Daher hatte er vor „der Deichnovelle einige Furcht“. Dennoch machte er sich an die Arbeit, holte Erkundigungen ein über die Geschichte des Deichbaus und über die Deichbaumeister, zog alte Chroniken zu Rate, nahm Müllenhoffs Sammlung „ Sagen, Märchen und Lieder der Herzogthümer Schleswig, Holstein und Lauenburg“ (Kiel 1845) wieder vor—an der er selber einmal mitgearbeitet hatte—und las dort: „ Wenn ein Damm…halten solle, müsse was Lebigs da hineingeworfen und verdämmt werden“, fand dort auch die Sage „ Das vergrabene Kind“. Die Geschichte vom Schimmelreiter aber, die er als Kind gelesen hatte—„das Wochenblatt, worin er abgedruckt war“.. .