Mit seinen Theater- und Kunstaktionen, als Film- und Opernregisseur hat Christoph Schlingensief (1960 – 2010) über zwei Dekaden den kulturellen und politischen Diskurs in Deutschland geprägt. Am Schauspielhaus Zürich inszeniert Schlingensief Shakespeares „ Hamlet“, begleitet von Straßenaktionen mit dem Aussteigerprogramm NAZI~LINE – und gegen die rechtspopulistische Schweizer Volkspartei (SVP). Versetzt mit Audioeinspielern der legendären Inszenierung von Gustav Gründgens mit Maximilian Schell in der Hauptrolle (1963), liest sich Schlingensiefs „ Hamlet“ durchaus als Hommage an den Klassiker. Zugleich lässt sich seine Inszenierung auch als Adaption der Wiener Containeraktion verstehen. An die Stelle der FPÃ- tritt hier die aufstrebende SVP, die zur Abschiebung freigegebenen Asylbewerber werden durch resozialisierungswillige Neonazis ersetzt. Bei flankierenden Straßenaktionen und im „ Hamlet“ selbst treten sie als „ Schauspieltruppe im Schauspiel“ in Erscheinung, die der neutralen und.. .