Nachdem er Shakespeare Der Sturm auf wunderbare Weise in einen prachtvollen punkig angehauchten Film verwandelt hatte, hat sich Jarman nun den Sonetten zugewandt, die im Off von Judi Dench in lieblich an- und abschwellender echoartiger Stimme gelesen werden. Jarman gebraucht Shakespeares Worte als ein Springbrett für eine melancholische Träumerei über sexuelle Wünsche. In diesen flackernden, grobkörnigen Bildern blicken junge Männer durchs Fenster, klettern über felsige Gelände und salben sich mit Wasser und Küssen; währenddessen bietet die Tonspur flüchtige Musik, das Ticken der Standuhr, Möven, rauschendes Wasser, und- natürlich- Dench. Die traumgleichen Bilder beweisen Jarmans einzigartige poetische Gabe- eine seltene Eigenschaft im britischen Film.